Street art in Germany.
Lustiges Detail am Rande: Freiheit fühlt sich doch nicht so an, wie ich dachte.

Anstatt mich frei wie ein Vogel zu fühlen, leicht und losgelöst, fühle ich mich geerdet.
Als wenn ich richtige Wurzeln in den Boden unter meinen Füßen schlagen würde, bei jedem Schritt. Anstatt wie vorher in Gedanken schon beim nächsten Abenteuer oder Drama zu sein, merke ich wie, dass was mich nun umgibt, mir vollkommen ausreicht. Ich spüre das die Dinge unstetig sind, unsicher und aufregend. Aber ich weiß, dass ich mir keine Sorgen mehr brauchen muss. Und wer frei von Sorgen ist, der ist wirklich frei. Egal wie sehr ich mich auch gesorgt hätte, wer hätte gedacht dass alles so so abläuft, wie es gelaufen ist.. Schon lustig, wie das Leben manchmal spielt. Man stelle sich vor:

Ein alter Mann will ein Boot kaufen, in das er sich verliebt hat und entscheidet sich deshalb, schweren Herzens, seinen Bus zu verkaufen. Im gleichen Moment, will junger Mann sein Leben umkrempeln, aus der Gesellschaft aussteigen und sich ein fahrbares Zuhause suchen. Und während dessen, entscheidet sich eine Sophia, so etwas ähnliches zu tun und macht sich auch auf die Suche nach einem Bus. Sie findet einen alten Postbus im Norden Deutschlands. Das ist er, denkt sie. Der wird diesen Sommer nach Spanien und Portugal reisen. Der junge Mann, findet kurz darauf, den Bus von dem alten Mann und ist bereit sich auch seinen eigenen Wagen zu kaufen. Während dessen wuselt Sophia schon in ihrem Wagen herum und macht lauter tolle Pläne für ihre Reise. Plötzlich findet der alte Mann aber, einen Riss in seinem Traumboot und entscheidet sich seinen Bus doch zu behalten. Im selben Augenblick merkt Sophia das dieser wunderschöne Wagen, den sie nun hat, nicht für sie gemacht ist, dass sie freier sein will und entscheidet sich, sich wieder von ihm zu verabschieden. Einen Tag später erfährt der junge Mann, das er den Wagen vom alten Mann nicht haben kann. Sophian plagt sich derweil mit diversen unentschlossenen Interessenten herum, die sich den Wagen ansehen.

Dann passiert es, Sophia, der alte Mann und der junge Mann, denken wahrscheinlich im gleichen Moment „Warum muss ich das jetzt erleben? Warum klappen die Dinge nicht einfach mal.“ Sophia hat ihr Zugticket derweil schon und wartet nervös auf einen Käufer. 2 Tage bevor ihr Zug fährt, ruft sie der Junge Mann an: „Hallo, ich mag deinen Bus“, sagt er. „Ich mag, dass du ihn magst“, sagt Sophia. 12 Stunden bevor Sophias Zug fährt, kommt der Junge Mann vorbei und verliebt sich in den Bus.

„Aaaaaah, darum war das alles so kompliziert!“ Einigem sich der Junge Mann und Sophia bei der Probefahrt, schieben sich lachend Scheine zu und und schreiten jeder in eine andere Richtung, in ihr neues Leben. Im Sommer sehen wir uns aber wieder. Der Wagen war nämlich doch für Spanien und Portugal bestimmt – nur nicht mit mir drinnen.

Und da sitze ich nun, im Zug nach Amsterdam, einen kleinen Abstecher machend, bevor es wieder zurück nach Barcelona geht. Und ich freue mich. Ich freue mich, diesen Wagen ausgebaut zu haben. Ich freue mich, einen jungen Mann glücklich gemacht zu haben. Ich freue mich, dass ich mir einen Traum erfüllt habe, nur um dann zu merken, dass es doch nicht mein Traum war. Ich freue mich, dass das Leben doch ein Spiel ist und am Ende alles gut ist. Ich freue mich, etwas gelernt zu haben und das ich nichts bereue. Denn ich hätte keine Sekunde in den letzten 1,5 Monaten anders gelebt. Und das ist Freiheit.

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