That's like the first draft of a Bansky kinda Artist.

Wir reden so viel vom Gleichgewicht. Davon ausbalanciert zu sein und endlich diese ominöse Mitte zu finden. Mensch, habe ich mit dieser Wunschbalance zu kämpfen gehabt. Ich dachte, dass wenn man dann nun in der Mitte ist, Frieden einkehrt; dass die Dinge dann gut sind und die Vögel singen. Erleuchtung war für mich, zwangsläufig mit Glück verbunden. Obwohl ich hier noch einmal klarstellen möchte, dass ich beim besten Willen nicht erleuchtet bin. Dann würde ich wohl kaum Zähneputzen hassen..

Was ich aber begriffen habe ist, dass Glück niemals die Mitte ist. Kann es ja auch gar nicht. Und das es vielleicht auch gar nicht darum geht, diese Mitte zu finden und bedingungslos daran fest zu halten. Der Wunsch nach Perfektion, meiner jedenfalls, rührt aus tiefster Kindheit. Denn wer von früh auf lernt, dass Liebe und Zuneigung verdient werden wollen, hat es nicht gerade leicht. Und die scheisse sitzt tief.

Wenn ich auf meine Beziehungen zurück blicke, sehe ich eine kleine Sophia, die ihr bestes – nein, ihr allerbestes – gegeben hat, um gesehen zu werden. Einen Menschen der tagtäglich, meist unterbewusst, versucht hat gut zu sein. Besser, lustiger, interessanter, hilfreicher. Eine Sophia, die alles seien wollte, außer sie selbst.

Und, Kinders, ich kann euch sagen datt war vielleicht anstrengend..

Und dann, urplötzlich, quasi aus dem nichts (war ein Scherz, nach 3 Jahren Therapie natürlich) war es vorbei. Und trotzdem, blieb die Erleuchtung aus. Plötzlich war ich, ich selbst und die Welt war immernoch beschert. Ja, die Vögel haben gesungen, ich habe nach mehr als 20 Jahren auch wieder meinen Geruchssinn wiedererlangt (ja, der war wirklich weg). Aber irgendwelche Penner, waren immernoch der Meinung mir nachts, mitten auf der Straße, ihren Schwanz zu zeigen. Die Welt war immernoch auf Geld und Erfolg aus und die Menschen waren, noch immer, langweilig und steif.

Also kam meine Zeit der Wut. Gott, habe ich gehasst. Ich habe die Gesellschaft gehasst, alle ihre Opfer, die Werbung und die ganzen Süchte, die uns durchs Leben tragen. So viele Jahre der Selbstwahrnehmung, so viel innere Entwicklung und so viele Abschiede und trotzdem war noch gar nichts ausgeglichen. Ich bin eher, von einem extrem, ins nächste gerutscht.

Shock the world and be exactly who the fuck you say you are.

Geklammert habe ich mich, an meine Bücher, meine Freunde und meine Therapeutin. Noch bedürftiger und verzweifelter als vorher, habe ich nach dem Glück, meinem Gleichgewicht, gesucht. Und dann, ging es mir auf. Alles ist alles. Das Glück, ist bedingt durch das Unglück – die Ruhe, durch die Unruhe – Frieden, durch Krieg. Solange ich versuche – auch heute noch – mich in einen dieser Schuhe zu quetschen, holt mich der andere, mit einem kräftigen Tritt, wieder ein. Und am Ende, sitze ich eh da, mit allem in und um mir.

Wie sagte ein Freund von mir:

„Kennst du diese Tage, wo es einem einfach nur schlecht geht und man will den ganzen Tag nur weinen? — Sind die nicht einfach herrlich?“

Gleichgewicht für mich, ist die Dinge kommen zu lassen, egal ob gut oder schlecht. Denn, wenn alles alles ist, dann ist es ja auch irgendwie egal, ob ich dabei weine, lache oder jemandem auf den Tisch kacke.

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